Mercedes-Benz Mobility AG
Chief Information Officer (CIO)
Strategische und operative Verantwortung für die IT-Landschaft; Fokus auf Digitalisierung, Plattformmanagement, Elektromobilität und innovative IT-Lösungen für Finanz- und Mobilitätsservices
Consulting & Business Analytics (hieß früher: Business & Process Management)
Jahrgang 2011 (Studienbeginn)
Hewlett Packard Enterprise
Über seinen Werdegang
Matthias Graf startete seine berufliche Laufbahn mit einem dualen Studium bei Hewlett Packard Enterprise (HPE), das ihm umfassende Einblicke in verschiedene Unternehmensbereiche sowie internationale Erfahrungen ermöglichte. In dieser Zeit war er unter anderem in den Bereichen Finance, Product Marketing, After-Sales sowie in internationalen IT-Consulting-Projekten im Pharmaumfeld tätig.
Im Anschluss sammelte er weitere Erfahrung in der IT-Beratung, insbesondere bei der Einführung von Softwarelösungen. Dabei reichte sein Aufgabenfeld von der Erstellung fachlicher und technischer Konzepte über die Softwareentwicklung und das Testing bis hin zum Projektmanagement. Danach war er als Business- und IT-Consultant im Bankensektor tätig, mit Schwerpunkt auf strategischer Portfolioplanung und Treasury.
Seit 2015 ist Matthias Graf in der IT von Mercedes-Benz Group tätig. Dort übernahm er verschiedene Rollen, unter anderem als Projektleiter für Prozessoptimierungen in der Vertriebs- und Produktplanung, als Teamleiter für Ladelösungen im Bereich Elektromobilität sowie als Verantwortlicher für die globale Online-Shop-Plattform für Fahrzeuge.
Seit 2024 ist er Chief Information Officer bei Mercedes-Benz Mobility, einem Unternehmen, das ganzheitliche Mobilitätslösungen wie Finanzierung, Leasing, Versicherung, Flottenmanagement, Payment Services und Ladeinfrastruktur anbietet.
Im Interview
Erhalte weitere Einblicke in Studium, Karriere und persönliche Learnings von Matthias Graf.
Der berufsbegleitende Master in Consulting & Business Analytics hat mir auf mehreren Ebenen entscheidend geholfen, meine heutigen beruflichen Ziele zu erreichen. Zum einen habe ich einen umfassenden Management-Methodenkoffer mitbekommen, den ich heute tagtäglich in strategischen Entscheidungsprozessen, im Change Management oder in der Führung internationaler Teams anwende. Besonders wertvoll war für mich die Mitarbeit an realen Consulting-Projekten. Dabei konnte ich lernen, wie man sich strukturiert und lösungsorientiert neuen Problemstellungen nähert und das unter Zeitdruck, mit echten Kunden und komplexen Anforderungen.
Darüber hinaus hat mir das Studium inhaltlich eine große Tiefe und Breite vermittelt. Gerade im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeiten konnte ich mich intensiv mit strategischen Fragestellungen auseinandersetzen und mit Kommilitonen austauschen, was mir heute in meiner Rolle als CIO enorm zugutekommt. Ich betrachte mein Studium rückblickend als wichtigen Baustein auf meinem Weg. Es hat sowohl meine methodischen, persönlichen als auch strategisches Fähigkeiten weiterentwickelt.
Was das Masterprogramm für mich besonders gemacht hat, ist die konsequente Verzahnung von Theorie und Praxis sowie der internationale Anspruch, mit dem gearbeitet wurde. Viele Lehrveranstaltungen orientierten sich an globalen Best Practices in Management und Leadership, was besonders wertvoll ist, wenn man – wie ich heute – in einer international aufgestellten Organisation arbeitet.
Zudem hatte ich die Freiheit, individuelle Schwerpunkte zu setzen, wie z. B. im Rahmen meiner wissenschaftlichen Arbeiten. Ich konnte gezielt Themen wählen, die mich begeistert haben und die auch in der Praxis eine hohe Relevanz hatten.
Rückblickend gab es mehrere Etappen, in denen ich aus meiner Komfortzone heraustreten musste. Beginnend von der ersten Projektverantwortung bis hin zur heutigen globalen CIO-Rolle. Eine prägende Herausforderung war eines meiner aller ersten Projekte, in dem ich eine komplexe Legacy-Software übernehmen und vollständig refaktorieren musste. Damals war ich unsicher, wie das überhaupt zu schaffen ist. Der Code war über Jahre gewachsen, unübersichtlich und schwer zu warten.
Heute, mit modernen Tools und GenAI, würde man das vermutlich ganz anders angehen. Aber gerade dieser Prozess – sich schrittweise vorzutasten, zu verstehen, mit Menschen eng zusammenzuarbeiten und schließlich eine moderne Lösung zu schaffen – hat mich fachlich und persönlich stark weitergebracht. Mittlerweile ist das System hoffentlich wieder ganz umgestaltet oder durch moderne Tools ersetzt.
Noch herausfordernder ist sicherlich meine derzeitige Verantwortung: Als CIO verantworte ich die Leitung eines globalen IT-Teams über alle Regionen hinweg, in denen Mercedes-Benz Mobility aktiv ist. Unser Ziel ist es, durch innovative und skalierbare Technologien erstklassige digitale Lösungen bereitzustellen, die unseren Kunden weltweit ein nahtloses und exzellentes Mobilitätserlebnis ermöglichen. Diese Rolle erfordert nicht nur technologische Weitsicht, sondern auch ein tiefes Verständnis für die unterschiedlichen kulturellen, regulatorischen und geschäftlichen Anforderungen in den Märkten. Die Vielfalt ist spannend und auch fordernd. Es ist eine permanente Lernkurve, aber auch genau das, was mich antreibt.
Mein wichtigster Tipp: Sucht euch ein Umfeld, in dem ihr mit Leidenschaft arbeiten könnt. Nutzt das Studium, um verschiedene Bereiche auszuprobieren und eure Interessen und Energiequellen wirklich kennenzulernen. Denn wenn ihr etwas mit Herzblut macht, seid ihr automatisch motivierter, neugieriger, kreativer und erfolgreicher.
Zweitens: Denkt in Perspektiven, nicht in Positionen. Ich versuche immer, mit Weitblick die beste Entscheidung für den jeweiligen Moment zu treffen. Nicht für den nächsten Karriereschritt oder nur eindimensional. Wenn ihr offen bleibt für neue Themen, andere Meinungen und euch in aktuelle Herausforderungen wirklich reinhängt, ergeben sich Möglichkeiten oft ganz von allein, die man dann nutzen muss.
Und drittens: Bleibt neugierig. Die Welt verändert sich rasant, gerade im Zusammenspiel von Technologie und alten oder neuen Business Modellen. Wer sich kontinuierlich weiterentwickelt, wird nicht nur Schritt halten – sondern gestalten können – wie man sich selbst, sein Team und die ganze Organisation entwickelt.
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